Neue Öffnungszeiten

Aus Kapazitätsgründen sind wir leider nur noch jeden 2., 4. und 5. Mittwoch von 15 bis 19 Uhr für euch da.
Dafür dann mit noch besserer Laune!
Wir freuen uns auf Euch.

Heiterer Jubiläumsklatsch!

Zwei ganze Jahre hat der Cis-Männer-freie Infoladentag Gegengift. (früher FLTI*-Tag) nun schon auf ihrem Buckel! Wir laden euch ein zu Kaffee und bunten Kuchen um das gemeinsam zu feiern.
Außerdem wird es einen Musiktausch geben. Also bringt eure Lieblingsmusik (aufm USB-Stick, CD, etc.) mit und teilt sie mit uns. Wir freuen uns auf euch!

Am 22. Mai, 15-19 Uhr, wie immer im Infoladen Schwarzmarkt (Kleiner Schäferkamp 46)

Queer-feministischer Jahresrückblick am 19.12.2012 um 18 Uhr im Schwarzmarkt

Hallo liebe Leute,

wir von gegengift. möchten euch zum Jahresende am 19.12.12 um 18:00 Uhr zu einem queer-feministischen Jahresrückblick einladen.
gegengift. ist eine Gruppe von Menschen, die jeden Mittwoch im Schwarzmarkt den Cis-Männer-freien Tag gestaltet, mit dem wir einen
Raum zum Treffen und Austauschen für alle nicht-cis-Männer bieten wollen.
An dem Tag würden wir einerseits kurz vorstellen in welchen
Zusammenhängen wir so unterwegs sind und dann wäre es schön, wenn
vielleicht andere Gruppen erzählen, was sie so machen. Andererseits
möchten wir an diesem Tag zu einem Treffen einladen, an dem sich
queer-feministisch aktive Gruppen und Einzelpersonen kennenlernen
können, da wir oft den Eindruck haben, dass es viele Menschen gibt,
die sich mit den verschiedensten Themen beschäftigen und es wenig
Austausch innerhalb Hamburgs gibt. Aber auch wenn du noch nicht aktiv,
aber interessiert bist, bist du herzlich willkommen.Gerne könnt ihr
vorab Rückmeldungen, Ideen, Fragen, Wünsche per Mail (flitter@riseup.net)
an uns schicken. Leitet diese Mail auch gerne an andere Gruppen und
Einzelpersonen weiter, oder schreibt uns wenn euch noch welche einfallen.

Wir freuen uns auf eine nette Runde mit euch, ein kleines Büffet wird es
auch geben.

Bitte beachtet, dass der Raum auch an diesem Tag cis-Männer-frei bleiben
soll. Außerdem sind die Räumlichkeiten leider nicht barrierefrei,
die Eingangstür hat eine Stufe und zur Toilette sind es vier Stufen.

Viele Grüße, eure gegengiftler_innen

http://gegengift.blogsport.de

Infoladen Schwarzmarkt
Kleiner Schäferkamp 46
20357 Hamburg
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/schwarzmarkt/

Facebook!!

Yeah, gegengift. ist nun auch endlich in der Facebook-Community gelandet.
Unter http://www.facebook.com/gegengift.hamburg findet ihr uns und könnt uns liken und an alle eure Freund_innen weiterempfehlen! ;)

Ein Raum ohne Cis-Männer.

Ist die Definition eines Raumes über den Ausschluss ein sinnvoller Weg?
Darüber wollen wir am 29.2. um 16 Uhr im Schwarzmarkt mit euch diskutieren (offen nur FLTI*) und am 7.3. um 20 Uhr im Glizzer im Linken Laden (auch für Cis-Männer offen). Was wir uns dazu gedacht haben, könnt ihr hier lesen.

Der Begriff FLT ist mittlerweile geläufig und hat in der linken und queeren Szene einen festen, kaum noch hinterfragbaren Status. Wir finden, dass die Räume notwendig sind. Wir finden es wichtig, dass es Räume frei von hegemonialer Männlichkeit gibt. Dort können Nicht-Cis-Männer1 sich bewegen, vernetzen, organisieren und entspannen, ohne ständig gegen hegemonial männliche Dominanz kämpfen zu müssen.

Mit der Begrifflichkeit FLT haben wir allerdings so unsere Schwierigkeiten. Bei der Gruppengründung hatten wir die Abkürzung (für FrauenLesbenTrans) noch um ein I für Inter*(sex)2 ergänzt. Es war uns wichtig, Inter*Personen nicht auszuschließen. Allerdings hat sich über die Zeit gezeigt, dass es uns nicht gelungen ist, den so kämpferisch verwendeten Begriff mit Inhalt zu füllen. Die wichtigste Forderung nach einer Abschaffung von Zwangsoperationen im Kleinkindalter wurde von uns nicht aktiv unterstützt. Uns die Bezeichnung wie ein Deckmäntelchen mit auf die Fahne zu schreiben empfanden wir als nicht stimmig. Außerdem wurde uns bewusst, dass die Bezeichnung „Intersexuelle_r“ eine sehr schwierige ist. Aufgrund ihres pathologisierenden Backgrounds wird diese von vielen so kategorisierten Menschen abgelehnt. Wir waren uns auch unsicher darüber, ob es Menschen gibt, die sich selbst als Inter* definieren würden, oder ob Menschen mit der Diagnose „Intersexuelle_r“ sich nicht eher als Frau, Mann, Trans*3, Zwitter Hermaphrodit oder anderes definieren.
Ähnlich schwierig fiel es uns mit der Kategorie Trans*. Wir hatten Schwierigkeiten, einen Raum zu schaffen, in dem sich Trans*menschen wohlfühlen. Da wir es auch hier nicht geschafft haben, den Begriff mit Inhalt zu füllen, wurde der Raum als Frauenraum begriffen. Einerseits fühlten sich Trans*menschen, die sich nicht als Frau definieren nicht eingeladen. Andererseits lasen Frauen, die den Raum besuchten alle Anwesenden fraglos als Frauen.
Zusätzlich fanden wir es schwierig, Besucher_innen bereits am Eingang zu fragen, ob sie sich in eine dieser Kategorien einordneten. Dies konnte schnell als Zwang zum Outing (z. b. „ich bin trans*.“) verstanden werden.

Wegen all diesen Begriffs- und anderen Schwierigkeiten, und auch, weil wir es eigentlich ganz spannend fanden, den Raum provokativ über seinen Ausschluss zu definieren, haben wir überlegt, ob eine Namens- und Konzeptsänderung hin zu einem Raum ohne Cis-Männer möglich wäre. Dadurch würde auch wieder mal auf patriarchale Machtverhältnisse auch in der linken Szene aufmerksam gemacht werden.
Um es gleich vorweg zu nehmen: an der Praxis würde sich dadurch nichts ändern. Lediglich die Frage an der Tür wäre eine andere und wir würden uns unter einem anderen Namen bewegen.

Leider haben wir grad keine Idee dazu, wie wir den Raum barrierefrei bekommen könnten. Er ist aufgrund mehrerer Treppen für Rollstuhlfahrer_innen zurzeit nicht nutzbar. Falls euch dazu etwas einfällt, sagt uns gerne Bescheid.

Der neue Name wirft nochmal mehr die Frage nach einer Legitimität des Ausschlusses auf. Zum FLT Konzept sind die Kämpfe schon gefochten. Auch wenn einige noch immer unzufrieden vor sich hin grummeln, findet der Begriff doch weitgehend Anerkennung und Unterstützung.
Aber es ist Zeit die herrschenden Verhältnisse wieder sichtbar zu machen. Räume ohne Cis-Männer sind notwendig, weil auch – und gerade die linke Szene – immer noch männlich-mackerig dominiert ist. Weil immer noch Frauen und andere nicht hegemoniale Männlichkeiten kaum Sprechraum in linken Räumen haben. Weil immer noch für Nicht-Cis-Männer in linken Räumen oft kein Platz ist. Weil sich Nicht-Cis-Männer dort nicht wohlfühlen können. Weil es für Nicht-Cis-Männer immer noch oft einen täglichen Kampf gegen Sexismus und hegemonial männliche Dominanz bedeutet, sich in linken Räumen und Strukturen zu bewegen. Es geht also weniger darum, andere auszuschließen, sondern mehr darum sich einen (einigermaßen sicheren) Raum zu nehmen, den mensch sonst nicht hat.
Dass dieser Raum im Falle des FLTI*-Tages im Schwarzmarkt immer noch ein weiß dominierter ist, ist scheiße und eigentlich unverzeihlich. Wir möchten People of Color trotzdem ermutigen, falls ihr darauf Lust habt, gerne den Raum zu nutzen, euch in die Organisation einzumischen und uns auf die Füße zu treten.

Viele Widersprüche scheinen nicht auflösbar zu sein, oder zumindest scheitern wir an dem Versuch. Dennoch haben wir ein gutes Gefühl damit, den Ausschluss konkret zu benennen und uns und unsere Besucher_innen damit weniger in Kategorien einzuteilen. Eine Hoffnung wäre es, dass sich durch diese veränderte Schwerpunktsetzung der Blick mehr auf die sozial privilegierte Kategorie des Cis-Mannes lenkt und vielleicht auch eine Kritik dieser Privilegien damit einhergeht.

Viele Unsicherheiten… Aber eins ist sicher – der Cis-männer-freie Raum im Schwarzmarkt lebt von der Diskussion und eurer Beteiligung. Kommt vorbei und bringt euch ein. Wir freuen uns auf euch!

  1. Cis-Männer sind Menschen, die bei der Geburt als männlich zugeordnet wurden und sich immer noch als Männer definieren, oder sich mit ihrer Gender-Identität und sozialen Geschlechterrolle noch nie auseinandergesetzt haben. [zurück]
  2. Intersexuelle oder Inter*Menschen sind Personen, die mit sog. uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren wurden oder aus einem sonstigem Grund von Mediziner_innen nicht eindeutig einer der Schubladen „männlich“ oder „weiblich“ zugeordnet werden konnten. Die meisten Inter*Personen werden bereits als Kleinkinder zwangsoperiert, um sie einem der beiden binären Geschlechter „anzupassen“. [zurück]
  3. Trans*Personen sind Menschen, deren bei der Geburt bestimmtes Geschlecht nicht mit ihrer Gender-Identität übereinstimmt. [zurück]


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